Dein Medien-Konsum schadet dem Kind !

In den meisten Haushalten läuft ein Fernseher fast rund um die Uhr im Hintergrund, oder die Eltern beschäftigen sich mit dem Smartphone. Dabei ist es den meisten Eltern gar nicht bewusst, dass die Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Kind ständig unterbrochen wird und dies gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben kann. Psychologen der University of Massachusetts in der Fachzeitschrift “Child Development” berichten …

Studien haben schon früher gezeigt, dass das Spiel der Kinder von einem laufenden Fernseher gestört wird. Wir konnten jetzt auch zeigen, dass der Fernseher die Zeit verkürzt, in der sich Eltern ihren Kindern widmen, auch wenn niemand zusieht. Zusätzlich verringert sich auch ihre Aufmerksamkeit

… berichtet Studienleiterin Heather Kirkorian.

Ein ständig laufender Fernsehen sei somit schädlich und könne wird die persönliche und intellektuelle Entwicklung eines kleinen Kindes verzögern, so berichten die Forscher mittlerweile auf allen Teilen unserer Erde.

Müssen sich Babys nun möglichst früh an die technisierte Umwelt gewöhnen, oder sind sie damit vielleicht sogar total überfordert? Was bedeutet es für ihre seelische Balance, aber auch für ihre Gehirnentwicklung und das frühe Lernen – die alle in dieser prägenden frühen Lebensphase ganz auf Ruhe und tragende Beziehungen angewiesen sind – wenn Mutter und Vater dauernd „elektronisch abgesogen“ sind und deshalb für das Kind abwesend erscheinen?  

 


 

  1. Die Kommunikation leidet !
    Handys, Fernseher und Computer machen unser Leben scheinbar kommunikativer. Trotz der ständigen Erreichbarkeit – oder vielleicht gerade wegen ihr – ist ein wachsender Beziehungsverlust zu beobachten. Dabei ist Beziehungspflege die zentrale Grundlage für eine gute Entwicklung von Neugeborenen.
    In einem Experiment ließen die Wissenschaftler 50 Kinder zwischen ein und drei Jahren eine Stunde lang mit jeweils einem Elternteil spielen. Die Hälfte der Zeit war ein Fernseher im Raum eingeschaltet und zeigte je nach Wunsch der Erwachsenen eine Comedy oder Spielshow, dann wurde der Fernseher abgedreht. Während der gesamten Zeit beobachteten die Forscher, wie sich Eltern und Kinder zueinander verhielten. Dabei zeigte sich, dass die Sprechzeit der Eltern mit den Kindern bei eingeschaltetem Gerät um ein Fünftel zurückging, zudem waren die Hinwendungen weit weniger aktiv und aufmerksam, oft gaben Erwachsene auf Fragen der Kinder keine Antwort. Dasselbe Ausmaß, in dem die Erwachsenen weniger sprachen, war auch bei den Kindern zu beobachten. Sowohl Quantität als auch Qualität der Interaktionen zwischen Eltern und Kind litten somit unter dem Laufen des Gerätes. Weshalb gibt es wohl eine zunehmende Zahl von Müttern, denen es schwer fällt, die Mimik und Körpersprache ihres Babys zu »lesen«? Die Folge ist eine tiefe Verunsicherung bis hin zur Angst, das Kind nicht verstehen zu können. Das Baby schließt sich zusehends ab, um zu überleben, wenn es sich nicht wahrgenommen fühlt. Je früher ein solcher Zustand erkannt wird, desto schneller wirksam ist die »emotionale erste Hilfe«, eine Krisenintervention, die eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung wieder ins Lot bringen kann.
     
  2. Die Beziehung zwischen Kind und Eltern wird stark beeinträchtigt !
    Dass der Fernseher ständig im Hintergrund läuft, obwohl niemand zusieht, war früher nur von Familien in den USA bekannt. Aktuelle US-Studien zeigen, dass jedes dritte Kind oder Baby in so einem Haushalt lebt. In Europa gibt es dazu noch keine Untersuchung, berichtet Michael Gurt vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis im Pressetext-Interview. “Das Phänomen nimmt auch bei uns stark zu, wenngleich es noch nicht flächendeckend verbreitet ist.” Gurt hält es für nachvollziehbar, dass durch den ständig laufenden Fernsehapparat die Beziehung zwischen Eltern und Kind beeinträchtigt werde. “Auch wenn der Fernseher nur im Hintergrund läuft, bindet er stets Aufmerksamkeit. Das Extrembeispiel dafür sind Mütter, die beim Stillen fernsehen. Sie konzentrieren sich durch die zusätzliche Reizquelle nicht mehr voll auf das Kind, was die Interaktion stört.”
     
  3. Ein TV verwirrt das Kind, es kann die Quelle nicht nachvollziehen !
    Die Medienpädagogik weist schon länger darauf hin, dass Fernsehen für Kleinkinder nicht geeignet ist. Die ersten Lebensjahre sei der Mensch damit beschäftigt, die reale Umwelt besonders über alle Sinneseindrücke oder über Interaktion mit Bezugspersonen zu erleben, während er das Medium Fernsehen kaum nachvollziehen könne. “Es gelingt Kleinkindern nicht, die Bilder und Geräusche als gemachte Realität einzuordnen. Sie werden daher vom Medium überfordert und erhalten nichts, was ihre Entwicklung oder ihr Weiterkommen fördert. Das hat sich auch in der Analyse von Baby-TV-Formaten gezeigt”, so der Münchner Medienpädagoge. Eltern von Kleinkindern unter drei Jahren rät Gurt, erst zu deren Schlafenszeiten das Fernsehgerät einzuschalten. “Für Kleinkinder sind andere Medien weitaus besser geeignet, wie etwa Hörbücher, Kinder- und Bilderbücher, die man auf andere Weise sinnlich begreifen kann. Diese ermöglichen auch ganz andere Formen der Interaktion.”
     
  4. Vermittel einen sinnvollen Umgang mit Medien !
    Medienerziehung und insbesondere die Vermittlung des Umgangs mit dem Fernseher beginnt somit bereits im Kleinkindalter und setzt sich in allen weiteren Altersstufen fort. “Bei älteren Kindern wäre es ideal, wenn sie Sendungen gemeinsam mit ihren Eltern ansehen. Die Eltern sehen dabei, ob es den Kleinen Spaß oder Überforderung bereitet und können zum Beispiel durch Erklärungen darauf sensibel reagieren”, erklärt der Medienexperte. Es gehe darum, einen sinnvollen Umgang als Unterhaltungs- oder Informationsmedium zu vermitteln statt das Gerät stets laufen zu lassen. “Es ist problematisch, wenn man Kinder ständig vor dem Fernseher parkt, um sie ruhig zu stellen. Sie werden sich schnell an diese Form der Überwindung von Langeweile gewöhnen.” Vom eigenen Fernseher im Kinderzimmer sei völlig abzuraten. Eltern hätten so keine Möglichkeit mehr, die gesehenen Inhalte zu kontrollieren, außerdem nehme dadurch die Fernsehzeit automatisch zu.
       
  5. Besondere Achtung bei Neugeborenen !!
    Babys funktionieren noch völlig anders als du es dir vielleicht vorstellen kannst. Sie erleben sich selbst nicht getrennt von ihrer direkten Umgebung. Ihr ganzer Körper ist ein hoch sensibles Sinnesorgan. Sie sind empfindsam und überaus sozial. Babys können ihre Wahrnehmungen nicht bewusst verarbeiten, sondern sind ihnen völlig schutzlos ausgeliefert. Ihr einziger Anker, ihre einzige Sicherheit, ist der emotionale Kontakt mit nahe stehenden Menschen. Wenn wir die Bedürfnisse von Babys lesen lernen, führen sie uns zu einer neuen Wahrnehmung der Welt. Ihr lebenswichtiges Verlangen nach Ruhe, Wiederholung und Einfachheit kann auch den Eltern eine neue Lebensqualität verschaffen. Um aber heutzutage auf Handys, Fernseher und Computer in der Gegenwart von Babys zu verzichten, braucht es, außer viel Liebe und Respekt, vermehrtes Wissen um deren Wirkung … und da sollte man dann spätestens beim eigenen Baby die Augen nicht mehr vor Tatsachen verschließen und endlich damit anfangen, die völlig sinn freien Gewohnheiten abzulegen … zum Wohl des eigenen Kindes !!!
       
  6. Absolute Ruhe nach der Geburt !!!
    Fachleute raten Eltern dringend davon ab, sich während oder nach der Geburt von technischen Geräten wie dem Handy und dem Fernseher ablenken zu lassen. Es gibt Wochenbettabteilungen, die Handy- und TV-freie Zimmer einführten, um Babys und Müttern die notwendige Ruhe zu gewähren (traurig, aber wahr). Dazu sagt der Neurobiologe Gerald Hüther: »Alles, was eine Mutter davon ablenkt, sich ihrem Kind während der ersten Tage zu widmen, ist Gift für das sich entwickelnde Gehirn des Kindes und Gift für die sich entwickelnde Beziehung zwischen ihr und ihrem Kind. Die vertrauensvolle Beziehung bildet die Grundlage für die gesamte weitere Entwicklung. Wenn sie nicht gelingt, bleibt das Kind ängstlich und hat große Probleme, sich in der neuen Welt sicher zu fühlen. Es verliert seine Offenheit und Lernfreude. Das ist das Schlimmste, was einem Kind nach der Geburt passieren kann.«
     
  7. Lichter, Töne und Strahlung …
    Ein eingeschalteter Fernseher zieht nicht nur die Blicke der Anwesenden unwillkürlich auf sich, die Babys müssen den hohen Dauerton (15625 Hz) auch durchgehend über sich ergehen lassen. Das zuckende Licht stört (so zeigten Studien) auch schlafende Kinder. Die Strahlung bewirkt eine Reizüberflutung, die den Stresspegel ansteigen lässt. Das Fernsehen schwächt die Wahrnehmung für das Lebendige, wie jahrelange Untersuchungen von Heinz Buddemeier von der Universität Bremen zeigen. Doch auf die ist man angewiesen, um die so wichtigen, zarten Signale des Säuglings erkennen und spiegeln zu können.
    Handys und schnurlose Haustelefone sind ungemein praktisch, aber sie haben starke Nebenwirkungen auf das Kind. Diese sind umso gravierender, je jünger ein Mensch ist. Der Organismus des Kindes ist viel durchlässiger und empfindlicher als die des Erwachsenen. Am meisten Strahlung wird vom Kopf aufgenommen, der beim Kleinkind im Verhältnis zum Erwachsenen viel größer ist. Zwanzig Sekunden Handytelefonat reichen aus, um das Blutbild zu verändern und rote Blutkörperchen zum Verklumpen zu bringen . Eine Sehr gute Quelle zu diesem Thema ist, auf der du dich ausgiebiger informieren kannst ist DIESE WEBSITE.Die Salford-Studie beschreibt übrigens potenzielle Gehirnschädigungen durch die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke. Salford hält frühe Demenz und Alzheimer für möglich. Die Mobilfunkstudie des Schweizer Bundesamtes 2007 stellt Kopfweh bei Kindern fest. Es sind Veränderungen im Verlauf der Gehirnströme im EEG erkennbar. Mobiles Telefonieren der Mutter beeinflusst die Herzaktivität von Ungeborenen. Besonders für Eltern empfiehlt es sich, auf schnurlose Kommunikation zu verzichten !!!
     
  8. Telefon, Handy, WhatsApp & Co …
    Nach einer in den “anerkannten deutschen Medien” verbreiteten Studie, sprechen in Deutschland Mütter durchschnittlich schon viel länger in ihr Handy als zu ihren Kindern. Für Kinder ist die innere Abwesenheit der telefonierenden Eltern dabei nicht nachvollziehbar. Besonders gefährdet sind hier Kinder, die eine schwierige Geburt hatten. Es hilft, zu Hause Telefonzeiten einzuführen, zum Beispiel wenn die Kinder schlafen. Auch ein Anrufbeantworter kann dazu beitragen, den Alltag stressfreier zu gestalten. Schützen Sie vor allem die Stillzeiten. Beim Stillen ist die volle Zuwendung zum Baby und die innere Präsenz der Mutter zentral. Auch während der Pflege – wickeln, baden, anziehen – entsteht eine innere Qualität, wenn Sie sich bewusst dem Kind zuwenden. Der Hunger des Babys nach Beziehung wird durch die zugewandte Art beim Stillen und bei der Pflege gesättigt. Wählen Sie einen Kinderwagen mit Blickkontakt und schalten Sie das Handy aus. Nehmen Sie sich Zeit, um mit Ihrem Kind zu plaudern – es braucht den Blickkontakt auch, um sich sicher zu fühlen. Sorgen Sie schon vor der Geburt dafür, dass Sie reale erwachsene Gesprächspartner und ein unterstützendes Netz um sich haben. Innere Einsamkeit kann weder durch das Handy noch durch Chatten kompensiert werden.

 
Zum Abschluss möchte ich hier noch ein paar weitere Links mit interessanten Informationen mit euch teilen. Außerdem würde ich mich sehr über eure Meinung und weitere Links zu diesem Thema in den Kommentaren freuen.

Buch-Empfehlungen:

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

Benachrichtige mich zu:
avatar
Translate »