Mensch werden ist nicht schwer, Mensch sein dagegen sehr

Der Mensch ist von der Geburt an intelligent, mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, mit einem Gehirn bedacht, das rein unter natürlichen Faktoren betrachtet gar nicht funktionieren kann. Über diese kurze Definition könnten wir nun bereits Diskussionen beginnen, aber das möchte ich hier und jetzt gar nicht. Das Thema „Mensch werden ist nicht schwer, Mensch sein dagegen sehr“ soll heute zum Thema gemacht werden und das birgt allein schon einen riesigen Pool der diskutierbaren Inhalte in sich. Darüber möchte ich heute mit euch sprechen …

Geboren zu werden ist ja wirklich ganz leicht. Gefragt wird man sowieso nicht, denn wenn Mama meint, dass neues Leben das Licht der Welt erblicken soll und auch die Natur nicht vorher etwas dagegen unternimmt, dann findet deine Geburt einfach so statt … Punkt. Auch nicht aussuchen kann man sich, ob man seinen ersten Schrei in die Welt der Privilegierten oder der Armen aussendet. Hier könnte man nun fast beiläufig einwenden, dass bei solch einer embryonalen Entscheidungsgewalt vermutlich weitaus weniger Kinder geboren würden, aber hundertprozentig herausfinden können wir die Vermutung nicht. Sonst wäre es ja auch keine Vermutung mehr, nicht wahr ?!

Kein Kind (Mensch) wird als wilde Bestie auf die Erde geschickt. Zu Beginn hat jeder Mensch saubere Gedanken und saubere Gefühle … er/sie ist eben ein Mensch. Doch dann beginnt das große Dilemma der elterlichen Vorbilder, Erzieher und Einflüsse der Umwelt. Da fällt es dann nicht selten sogar Dreijährigen recht schwer noch Mensch zu bleiben, Herz zu zeigen, leben und leben lassen zu praktizieren. Nun wandelt sich das Thema Mensch sein schon in eine Richtung, die uns dann im Verlauf der einzelnen Leben Kriege, Mord und Totschlag, Lug und Trug, Raffgier, Selbstsucht, Hass, Rache, Intoleranz und noch so einige, gar nicht grundlegend als menschlich zu bezeichnende, Gefühle sowie Gedanken und deren Folgen bescheren. Die Auswirkungen solcher Mutationen können wir täglich im eigenen Umfeld, im weitläufigen Kreis der Gesellschaft sowie im globalen Geschehen verfolgen und somit mal mehr, mal weniger hautnah erleben.

Wo bleibt der Mensch noch ein Mensch, wenn er Schwächere verletzt, quält oder tötet? Ist ein Mensch noch ein Mensch, wenn er sich darüber freut mit seiner Intelligenz und seinen Fähigkeiten eine neue Langstreckenrakete entwickelt zu haben, die tatsächlich über tausende von Kilometer hinweg ebenso viele tausende Frauen, Männer und Kinder umbringt? Wann ist ein Mensch noch Mensch, wenn er aus purer Raffgier und aus Gründen von scheinbarem Ruhm und Erfolg über Leichen steigt? Fragen, die ich mir täglich immer wieder stelle und nicht selten auch mit anderen diskutiere. Dass noch eine, für mich sehr entscheidende Frage, nämlich die „wie kann man unter solchen Bedingungen selbst noch Mensch bleiben“, hierbei mit einhergeht, ist wohl selbstredend.

Nun, selbstverständlich gibt es noch Menschen, die die klare und somit reine Form des “Mensch sein” in sich bergen und dieses wertvolle Geschenk des Lebens Tag für Tag vorleben. Doch diese werden immer weniger. Deutlich mehr wird hingegen die Oberflächlichkeit, die Anonymität, die Herzlosigkeit und die Angst davor einem Gegenüber Auge in Auge zu sagen, was man über ihn denkt, was man will oder nicht will. Traurig ist hierbei allein schon die Tatsache, dass Liebesbeziehungen via SMS oder Mail beendet werden. Ist das noch ein Teil des Seins eines Menschens? Langjährige unbescholtene Mitarbeiter werden gekündigt, weil sie sich erlauben ein Stück Frikadelle oder gar Essensreste zu essen, die sowieso in den Müll wandern, obwohl noch gut und genießbar. Die Umwelt wird für die Dauer mehrerer Generationen verseucht. Toxine Stoffe in die Ernährung eingeschleust und rücksichtslos unter die Menschheit gebracht.

Endlos könnte ich hier ähnliche Beispiele beschreiben, die für mich so weit vom “Mensch sein” entfernt sind, wie die weiteste Galaxie hinter der unsrigen. Ich wurde wie alle anderen auch ebenfalls nicht gefragt, ob ich geboren werden möchte. Aber ich habe mich dafür entschieden, trotz aller Einflüsse und Widrigkeiten sowie Erlebnisse, ein sauberer Mensch zu bleiben, der nicht über Leichen und Verletzte geht. Doch für heute möchte ich es dabei belassen, allerdings nicht ohne DICH zu bitten DEINE Meinung über dieses Thema zu verbreiten und in einer ruhigen Minute auch einmal darüber nachzudenken, wie viel Mensch DU bei einer REALEN Betrachtung eigentlich selbst (noch) bist.

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